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VFC Halbzeitzeugnis 2026: Vom Überraschungsteam bis zum WM-Favoriten | Teil 2

  • vor 5 Stunden
  • 6 Min. Lesezeit

Im ersten Teil unseres VFC-Halbzeitzeugnisses standen die Teams von Platz 13 bis 7 im Mittelpunkt. Nun geht es an die Spitze der Konstrukteurswertung.


Und dort könnten die Geschichten kaum unterschiedlicher sein: Ein ehemaliger Spitzenreiter erlebt einen drastischen Rückschritt, zwei Teams befinden sich mitten im Kampf um Platz drei, ein Neuling übertrifft sämtliche Erwartungen – und ganz vorne setzt Optiminal Esports erneut den Maßstab.



6. Team Rookie Monsters – Note 2-


2026: 69 Punkte | Valle Esports 2025 nach zehn Rennen: 66 Punkte


Rein statistisch hat sich zunächst erstaunlich wenig verändert. Das heutige Team Rookie Monsters trat 2025 noch als Valle Esports an und hatte nach zehn Rennen 66 Punkte gesammelt. Ein Jahr später sind es 69.

Der Verlauf der Saison erzählt allerdings eine deutlich spannendere Geschichte.

Mit Chris Gitsovs Sieg in Japan feierte Rookie Monsters bereits einen der größten Erfolge der bisherigen Saison. Gleichzeitig bleibt der Eindruck, dass noch wesentlich mehr möglich gewesen wäre.

Sowohl Robin Moelling als auch Gitsov ließen durch individuelle Fehler mehrfach wichtige Punkte liegen. Gerade deshalb ist Platz sechs keineswegs das Limit dieses Teams.

Nur wenige Punkte trennen Rookie Monsters von Horizon und Seawolf. Platz drei der Konstrukteurswertung ist damit weiterhin absolut in Reichweite.

Zusätzliche Hoffnung macht das bereits angekündigte große Updatepaket, das nach Monza kommen soll. Funktioniert dieses wie erhofft und gelingt es gleichzeitig, die Fehlerquote zu reduzieren, könnte Rookie Monsters in der zweiten Saisonhälfte noch einmal einen deutlichen Schritt machen.


Halbzeitfazit: Ein Sieg, solide Punkte und viel ungenutztes Potenzial. Rookie Monsters steht ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres, könnte aber deutlich höher platziert sein. Der Kampf um Platz drei ist noch lange nicht vorbei.

Note: 2-



5. Seawolf NetRace Motorsport – Note 2+


2026: 74 Punkte


Es ist vielleicht die bemerkenswerteste Entwicklung der bisherigen Saison.

Vor Miami hatte Seawolf NetRace Motorsport gerade einmal einen einzigen Punkt gesammelt. Das Auto war zu Saisonbeginn unterentwickelt und das Team schien zunächst eher Kandidat für das hintere Mittelfeld als für die Spitzengruppe zu sein.

Dann änderte sich praktisch alles.

Seit Miami hat Seawolf einen kompletten Turnaround hingelegt und sich innerhalb weniger Rennen bis auf Platz fünf der Konstrukteurswertung vorgearbeitet. Aus dem Sorgenkind der ersten Wochen wurde plötzlich eines der gefährlichsten Teams im Feld.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei Benjamin Gielczynski, der sich mittlerweile zu einem der stärksten Fahrer der Liga entwickelt hat und dem Team regelmäßig große Punkte beschert.

Mit 74 Punkten fehlen Seawolf nur zwei Zähler auf Horizon Motorsport und damit auf Platz vier. Selbst Rang drei ist bei noch sechs ausstehenden Rennen absolut realistisch.

Und genau deshalb sollte die Konkurrenz dieses Team inzwischen ernst nehmen.


Halbzeitfazit: Vom nahezu punktelosen Saisonstart zum ernsthaften Kandidaten auf Platz drei – größer könnte ein Turnaround kaum sein. Seawolf hat seine ursprünglichen Mittelfeld-Erwartungen längst übertroffen.

Note: 2+



4. Horizon Motorsport – Note 2-


2026: 76 Punkte


Horizon Motorsport kam mit großen Ambitionen in die Saison. Podien sollten regelmäßig möglich sein – und grundsätzlich hat das Team bereits gezeigt, dass die Geschwindigkeit dafür vorhanden ist.

Der bisherige Höhepunkt war Fabian Szyrziks Sieg in Katar. An diesem Wochenende zeigte Horizon eindrucksvoll, welches Potenzial im Paket steckt.

Das Problem: Viel zu häufig folgten auf starke Leistungen unnötige Rückschläge.

Kollisionen und Zwischenfälle kosteten über die ersten zehn Rennen immer wieder wertvolle Punkte. Entsprechend steht Horizon trotz eines Rennsieges nur knapp vor Seawolf und Rookie Monsters.

Mit 76 Punkten ist Platz drei der Konstrukteurswertung weiterhin erreichbar. Gemessen am ursprünglichen Anspruch hätte Horizon zur Saisonhalbzeit allerdings bereits etwas deutlicher in dieser Position sein sollen.


Halbzeitfazit: Die Pace für große Ergebnisse ist vorhanden und der Sieg in Katar beweist das. Zu viele verlorene Punkte verhindern bislang jedoch eine bessere Ausgangslage. Wenn Horizon die Fehler reduziert, bleibt Platz drei ein realistisches Ziel.

Note: 2-



3. Razor GP – Note 4


2026: 101 Punkte | 2025 nach zehn Rennen: 195 Punkte


Bei Razor GP muss man mittlerweile beinahe von einem Absturz sprechen.

Vor einem Jahr führte das Team nach zehn Rennen mit 195 Punkten noch die Konstrukteurswertung an. 2026 sind es zum gleichen Zeitpunkt nur 101 – fast 100 Punkte weniger.

Besonders auffällig ist die bisherige Saison von Bastian Paisler. Gerade einmal 28 Punkte stehen bislang auf seinem Konto. Dabei spielte durchaus auch Pech eine Rolle, wie beispielsweise beim Ausfall in Katar und Frankreich oder Safety-Car-Phasen zum falschen Zeitpunkt. Trotzdem liegt die Ausbeute weit unter dem, was man von ihm und von Razor erwartet hatte.

Dass die Saison nicht noch negativer bewertet werden muss, liegt vor allem an Fabian Walter.

Sein Sieg in Miami war nicht nur ein sportliches Highlight, sondern gleichzeitig der Beweis, dass Razor grundsätzlich weiterhin ein Rennen gewinnen kann. Der dritte Platz in der Konstrukteurswertung zeigt ebenfalls, dass das Team keineswegs komplett abgestürzt ist.

Doch genau darin liegt das Problem: Wenn das Potenzial für Siege vorhanden ist, sind 101 Punkte nach zehn Rennen schlicht zu wenig.


Halbzeitfazit: Der Miami-Sieg rettet das bisherige Saisonbild zumindest teilweise. Gemessen an 2025 und am eigenen Anspruch ist Razor dennoch eine der großen Enttäuschungen des Jahres. Besonders Paisler braucht eine Prise Glück und eine deutlich stärkere zweite Saisonhälfte.

Note: 4



2. VEGA – Note 1+


2026: 140 Punkte


VEGA sollte 2026 um Podien kämpfen.

Nach zehn Rennen kämpft das Team stattdessen um Weltmeisterschaften.

Mit 140 Punkten hat sich VEGA souverän auf dem zweiten Platz der Konstrukteurswertung etabliert und liegt deutlich vor Razor GP. Noch beeindruckender ist die Situation in der Fahrerwertung: Timo Oldenmenger führt die Weltmeisterschaft an.

Damit hat VEGA die Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern klar übertroffen.

Und selbst bei dieser starken Punkteausbeute blieb noch einiges liegen. Mirco Mancini hatte in der ersten Saisonhälfte mehrfach Pech, ließ gleichzeitig aber auch durch eigene Fehler mögliche Zähler liegen. Besonders deutlich wurde das in Hockenheim, als eine Disqualifikation ein mögliches gutes Ergebnis zunichtemachte. Ohne diese Rückschläge könnte VEGA in der Konstrukteurswertung sogar noch etwas näher an Optiminal liegen.

Das macht die bisherige Leistung des Teams umso bemerkenswerter. VEGA präsentiert sich schnell und über weite Strecken konstant, während Oldenmenger die gebotenen Chancen bislang besonders konsequent nutzt. Was vor Saisonbeginn als Projekt mit Podiumspotenzial galt, ist inzwischen zum ernsthaften WM-Gegner von Optiminal geworden.

Der Rückstand in der Konstrukteurswertung ist bereits beträchtlich. Im Fahrertitelkampf hingegen ist VEGA mittendrin – und auch bei den Teams zeigt die bisherige Saison, dass noch längst nicht das gesamte Potenzial ausgeschöpft wurde.


Halbzeitfazit: Aus einem Podiumskandidaten ist ein WM-Anwärter geworden. Oldenmenger führt die Fahrerwertung und VEGA ist souveräner Zweiter bei den Teams – obwohl insbesondere bei Mancini durch Pech und eigene Fehler noch einige Punkte liegen geblieben sind. Mehr konnte man von der ersten Saisonhälfte kaum erwarten.

Note: 1+



1. Optiminal Esports – Note 1


2026: 196 Punkte | 2025 nach zehn Rennen: 177 Punkte


Optiminal Esports war vor Saisonbeginn einer der großen Favoriten – und genau diese Rolle bestätigt das Team bislang eindrucksvoll.

Nach zehn Rennen steht Optiminal bei 196 Punkten und führt die Konstrukteurswertung souverän an. Im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres hat das Team seine Ausbeute sogar noch einmal um 19 Punkte gesteigert.

Auch in der Fahrer-Weltmeisterschaft bleibt Optiminal vertreten. Sven Schubert befindet sich weiterhin mitten im Kampf um den Titel und hält damit die Chancen auf die große Doppelmeisterschaft offen. Und trotzdem bleibt bei diesem Team sogar noch das Gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre.

Heiko Kolvenbach konnte das Potenzial des zweiten Autos bislang nicht konstant in entsprechende Punkte umsetzen. Hätte auch der zweite Optiminal-Pilot regelmäßiger große Zähler gesammelt, könnte der Vorsprung in der Konstrukteurswertung inzwischen noch deutlich größer sein.

Das ist letztlich der einzige Grund, warum es keine perfekte Bewertung gibt.

Optiminal führt souverän, Schubert kämpft um die Fahrer-WM und das Team steht nach zehn Rennen besser da als in der vergangenen Saison. Die Erwartungen wurden damit voll bestätigt.


Halbzeitfazit: Der Maßstab der bisherigen Saison. Optiminal macht genau das, was von einem Titelkandidaten erwartet wird, und führt die Team-WM souverän an. Lediglich die Punkteausbeute des zweiten Autos verhindert die absolute Bestnote.

Note: 1




Die Auszeichnungen der ersten Saisonhälfte



Team der ersten Saisonhälfte: Optiminal Esports

VEGA hat die Erwartungen übertroffen und Seawolf die wohl spektakulärste Entwicklung hingelegt. Der Titel des bislang stärksten Teams geht dennoch an Optiminal.

196 Punkte nach zehn Rennen, eine souveräne Führung in der Konstrukteurswertung und weiterhin Chancen auf den Fahrertitel: Kein Team hat die erste Saisonhälfte insgesamt besser bestritten.



Positive Überraschung: Seawolf NetRace Motorsport

VEGA wäre auch hier ein absolut verdienter Kandidat. Doch die Entwicklung von Seawolf ist noch außergewöhnlicher.

Vor Miami stand gerade einmal ein Punkt auf dem Konto. Fünf Rennen später sind es 74 und plötzlich ist selbst Platz drei der Konstrukteurswertung in Reichweite.

Aus einem Team mit Mittelfeldambitionen wurde innerhalb weniger Wochen ein ernsthafter Gegner für die etablierte Spitzengruppe.



Größte Enttäuschung: Simspark Racing

Auch Falcon, Blue Horns und Razor dürften mit ihrer bisherigen Saison alles andere als zufrieden sein. Bei Simspark klaffen Anspruch und Realität allerdings am weitesten auseinander.

Podien waren vor Saisonbeginn das erklärte Ziel. Nach zehn Rennen stehen sechs Punkte auf dem Konto, zwei Fahrer haben das Team während der Saison verlassen und zusätzlich Kritik an den internen Strukturen geäußert.

Sportlich wie strukturell verlief die erste Saisonhälfte damit weit entfernt von den eigenen Vorstellungen.



Alles offen hinter Optiminal

An der Spitze der Team-WM scheint Optiminal momentan die Kontrolle zu besitzen. Dahinter ist die Situation dagegen vollkommen offen.

Razor hält aktuell Platz drei, doch Horizon, Seawolf und Rookie Monsters befinden sich allesamt in Schlagdistanz. Besonders die Entwicklung von Seawolf und das angekündigte Updatepaket bei Rookie Monsters könnten das Kräfteverhältnis in der zweiten Saisonhälfte noch einmal verändern.

Gleichzeitig steht VEGA vor einer anderen Herausforderung: Während der Konstrukteurstitel bereits schwierig zu erreichen sein dürfte, führt Oldenmenger die Fahrer-Weltmeisterschaft – und damit könnte sich der Kampf um den wichtigsten Einzeltitel der VFC bis zum Saisonfinale zuspitzen.

Zehn Rennen haben bereits zahlreiche Überraschungen geliefert.

Noch sechs bleiben, um das Zeugnis endgültig zu schreiben.







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