Fünf Dinge, die wir aus dem Belgien-GP gelernt haben
- vor 18 Stunden
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Spa-Francorchamps hat einmal mehr gezeigt, warum die Strecke zu den großen Klassikern im VFC-Kalender gehört. Tom Oldenmenger nutzte die Abwesenheit seines größten Titelrivalen eiskalt aus, Patrik Hanko bestätigte seinen starken Einstand und Alex Woitala sorgte trotz schwieriger Voraussetzungen für eines der bemerkenswertesten Ergebnisse des Wochenendes. Gleichzeitig erreichte die Krise bei zwei Traditionsrennställen einen neuen Tiefpunkt.
Tom Oldenmenger – Chance genutzt

Durch die Abwesenheit von Sven Schubert bot sich Tom Oldenmenger beim Belgien-GP eine goldene Gelegenheit, sich in der Fahrer-WM abzusetzen. Und der Niederländer nutzte sie eiskalt.
Oldenmenger feierte in Spa seinen zweiten Saisonsieg, obwohl es zwischenzeitlich keineswegs danach aussah. Seinen ersten Stint zog der VEGA-Pilot ungewöhnlich lange, wodurch er im Verlauf des Rennens zunächst bis auf Platz vier zurückfiel.
Entscheidend war jedoch die unterschiedliche Reifenstrategie. Seine direkten Konkurrenten Benjamin Gielczynski und Heiko Kolvenbach mussten noch ihre zweite vorgeschriebene Reifenmischung einsetzen, während beide VEGA-Fahrer diese Pflicht bereits erfüllt hatten. Als die Konkurrenz zum letzten notwendigen Stopp an die Box kam, wurde Oldenmenger wieder nach vorne gespült.
Von diesem Moment an war sein Sieg kaum noch gefährdet. Der Niederländer brachte das Rennen souverän nach Hause und holte damit das Maximum an Punkten aus einem Wochenende, an dem sein größter Meisterschaftskonkurrent nicht am Start war.
Ob dies bereits eine kleine Vorentscheidung im Titelkampf war, wird sich erst in den kommenden Rennen zeigen. Klar ist aber: Oldenmenger hat die Chance, die sich ihm in Spa bot, perfekt genutzt.
Patrik Hanko – zweites Rennen, zweites Podium

Beim Österreich-GP feierte Patrik Hanko sein VFC-Debüt für VEGA. In Spa durfte der Slowake erneut für Mirco Mancini einspringen – und bestätigte eindrucksvoll, dass sein starker Auftritt am Blue Horns Ring kein Zufall war.
Bereits im Qualifying zeigte Hanko erneut außergewöhnliche Pace. Nur Benjamin Gielczynski war schneller, womit sich der VEGA-Pilot für die erste Startreihe qualifizierte.
Am Start konnte Hanko seinen Reifenvorteil konsequent ausspielen und übernahm die Führung. Doch bereits in Runde sechs kam er an die Box – und handelte sich dabei eine Durchfahrtsstrafe ein. Zu diesem Zeitpunkt schien sein Rennen bereits deutlich aus der Spur geraten zu sein.
Doch die Safety-Car-Phasen und die unterschiedlichen Reifenstrategien brachten Hanko wieder zurück ins Spiel. Der Slowake arbeitete sich erneut nach vorne und brachte am Ende sein zweites VFC-Rennen auf dem Podium zu Ende.
Zwei Starts, zwei Podestplätze – eine beeindruckende Bilanz.
Im Fahrerlager wird bereits gemunkelt, dass Hanko noch auf der Suche nach einem Cockpit für 2027 ist. Mit Leistungen wie diesen dürfte er seinen Namen auf dem Fahrermarkt jedenfalls nachhaltig ins Gespräch gebracht haben.
Alex Woitala – der stille Held

Dass Alex Woitala in Belgien überhaupt an den Start ging, war alles andere als selbstverständlich.
Während der Sommerpause zog sich der Münchner einen Leistenbruch zu. Zunächst war mit einer deutlich längeren Pause zu rechnen. Doch Woitala wollte sich den Start auf seiner absoluten Lieblingsstrecke offenbar nicht nehmen lassen und saß in Spa wieder im Cockpit.
Die Entscheidung sollte sich auszahlen.
Woitala fuhr ein für ihn typisches, eher unauffälliges Rennen – ruhig, kontrolliert und ohne unnötige Risiken. Und zur Abwechslung blieb ihm auch das Pech erspart, das ihn in seiner VFC-Karriere bereits so häufig begleitet hat.
Am Ende stand ein starker vierter Platz zu Buche. Gemeinsam mit Benjamin Gielczynskis drittem Rang sammelte Woitala damit wichtige Punkte für Seawolf NetRace Motorsport im Kampf um Platz drei in der Team-WM.
Es war kein Rennen, das durch spektakuläre Manöver auffiel. Gerade deshalb war Woitalas Leistung so wertvoll: Er war da, als sein Team ihn brauchte, und brachte ein starkes Resultat nach Hause.
Falcon und Blue Horns – die Krise erreicht ihren bisherigen Höhepunkt

Falcon Simracing und Blue Horns Racing waren in dieser Saison bereits mehrfach Thema unserer Kolumne. In Spa erreichte die Krise beider Teams nun ihren bisherigen Höhepunkt.
Weder Falcon noch Blue Horns standen beim Belgien-GP am Start.
Für zwei der renommiertesten Teams im VFC-Paddock ist das ein bemerkenswerter Vorgang – und ein absolutes Novum in dieser Form. Beide Teams hatten sportlich ohnehin bereits schwierige Monate hinter sich, doch das komplette Fernbleiben eines Rennwochenendes verleiht der Situation eine neue Dimension.
Nun bleibt zu hoffen, dass beide Teams beim nächsten Rennen in Monza wieder im Grid stehen.
Sollte sich die Situation jedoch fortsetzen, dürfte auch die Ligaleitung mit Blick auf die Saison 2027 genauer hinschauen müssen. Denn bei aller sportlichen Krise gehört Zuverlässigkeit ebenfalls zu den Grundvoraussetzungen für ein langfristiges Engagement in der VFC.
Spa könnte damit zu einem Wendepunkt werden – in die eine oder andere Richtung.
Spa-Francorchamps – die ultimative Fahrerstrecke

Spa-Francorchamps gilt nicht ohne Grund als eine der ultimativen Fahrerstrecken im Motorsport.
Kurvennamen wie Eau Rouge, Les Combes, Pouhon oder Blanchimont lassen bei Motorsport-Fans die Herzen höherschlagen. Auch im VFC-Fahrerlager genießt der belgische Traditionskurs einen besonderen Stellenwert und gehört für viele Piloten zu den Lieblingsstrecken des gesamten Kalenders.
Doch Spa hat auch seine Tücken.
Kaum eine Strecke streut in der VFC so stark. Schon im Qualifying waren erhebliche Unterschiede in den Rundenzeiten zu beobachten, und auch im Rennen kam es immer wieder zu brenzligen Situationen. Kleine Fehler werden hier schneller und härter bestraft als auf vielen anderen Kursen.
Genau das macht den Reiz aus.
Spa fordert Mut, Präzision, Vertrauen ins Auto und absolute Konzentration – Runde für Runde.
Der Belgien-GP hat einmal mehr bewiesen: Spa-Francorchamps ist und bleibt eine der größten Herausforderungen im VFC-Kalender. 🇧🇪🏁



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