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VFC-Titelkampf 2026: Wer hat vor den letzten sechs Rennen die besten Karten?

  • vor 10 Stunden
  • 6 Min. Lesezeit

Zehn Rennen sind gefahren, sechs stehen noch aus – und im Kampf um die VFC-Fahrerweltmeisterschaft 2026 könnte die Ausgangslage kaum enger sein.


Gerade einmal drei Punkte trennen WM-Leader Tom Oldenmenger und Sven Schubert vor dem Start in die entscheidende Saisonphase. Dahinter lauern Fabian Walter, Heiko Kolvenbach und Benjamin Gielczynski, doch bereits der Blick auf die Abstände macht deutlich: Realistisch betrachtet läuft der Titelkampf derzeit auf ein Duell zwischen VEGA und Optiminal hinaus.


Dabei treffen zwei völlig unterschiedliche Geschichten aufeinander. Auf der einen Seite steht Rookie Oldenmenger, der in seiner ersten VFC-Saison sämtliche Erwartungen übertroffen hat. Auf der anderen der erfahrenste Titelkandidat im Feld: Schubert bestreitet bereits seine elfte VFC-Saison und kennt den Druck eines Meisterschaftskampfes bestens.


Spa, Monza, Silverstone, Istanbul, Fuji und São Paulo entscheiden darüber, wer sich am Ende VFC-Champion 2026 nennen darf.



1. Tom Oldenmenger – 105 Punkte


Titelchance: 62 %


Wer vor Saisonbeginn vorausgesagt hätte, dass Tom Oldenmenger nach zehn Rennen die Fahrer-Weltmeisterschaft anführt, wäre vermutlich auf einige skeptische Blicke gestoßen.

Inzwischen ist genau das Realität.


Der VEGA-Pilot hat sich in seiner Rookie-Saison mit bemerkenswerter Konstanz an die Spitze der Meisterschaft gefahren. Oldenmenger war praktisch die gesamte erste Saisonhälfte in den Top fünf unterwegs und hat vor allem eines geschafft: schlechte Wochenenden weitgehend zu vermeiden.

Seine bisherigen Punkteausbeuten unterstreichen das eindrucksvoll. Selbst wenn VEGA einmal nicht das Paket für den ganz großen Wurf hatte, nahm Oldenmenger regelmäßig wichtige Zähler mit.


Allerdings hat sich zuletzt eine kleine Veränderung eingeschlichen. In den vergangenen vier Rennen schaffte es der WM-Leader nur einmal auf das Podium. Mit Blick auf den engen Titelkampf kann sich Oldenmenger nicht darauf verlassen, dauerhaft mit soliden Ergebnissen durchzukommen.


Trotzdem geht er als leichter Favorit in die letzten sechs Rennen.

Ein entscheidender Vorteil liegt dabei nicht nur in der aktuellen Drei-Punkte-Führung. Oldenmenger hat im Vergleich zu seinen direkten Konkurrenten noch einen zusätzlichen frischen Motor zur Verfügung. Gerade am Ende einer langen Saison kann das sowohl bei der Performance als auch bei der strategischen Planung eine wichtige Rolle spielen.

Noch größer könnte der Vorteil bereits beim nächsten Rennen werden.


Schubert wird den Belgian GP in Spa aufgrund eines Urlaubs verpassen. Oldenmenger bekommt damit die Möglichkeit, seinen direkten Konkurrenten erstmals etwas deutlicher zu distanzieren. Aus drei Punkten Vorsprung könnten innerhalb eines einzigen Wochenendes schnell zehn, 15 oder sogar mehr werden.


Die große Unbekannte bleibt seine Erfahrung.

Oldenmenger befindet sich in seiner ersten VFC-Saison und damit erstmals in dieser Liga in einem solchen Titelkampf. Seine Erfahrungen aus anderen Meisterschaften sprechen allerdings dafür, dass er mit Druck umgehen kann. Nervosität war ihm bislang jedenfalls kaum anzumerken.


Was für Oldenmenger spricht: WM-Führung, enorme Konstanz, ein zusätzlicher frischer Motor und der sichere Punktevorteil durch Schuberts Abwesenheit in Spa.

Was gegen ihn spricht: In den vergangenen vier Rennen nur ein Podium und erstmals der ganz große Druck eines VFC-Titelkampfes.


Unsere Titelchance: 62 %



2. Sven Schubert – 102 Punkte


Titelchance: 36 %


Drei Punkte Rückstand nach zehn Rennen wären für Sven Schubert eigentlich eine nahezu perfekte Ausgangslage.

Wäre da nicht Spa.


Der Optiminal-Pilot wird das kommende Rennen in Belgien verpassen und Oldenmenger damit zwangsläufig die Möglichkeit geben, seinen Vorsprung auszubauen. In einer Meisterschaft, in der die beiden Spitzenreiter nach zehn Veranstaltungen lediglich drei Zähler trennen, könnte genau dieses Wochenende am Ende noch eine entscheidende Rolle spielen.

Wenn jemand diesen Nachteil auffangen kann, dann allerdings Schubert.


Kaum ein Fahrer steht in den vergangenen Jahren derart sehr für Konstanz. Österreich war das erste Rennen seit dem Deutschland GP 2024, in dem Schubert bei einer Zielankunft außerhalb des Podiums landete. Ausfälle und Rennen, bei denen er nicht antrat, ausgenommen, endete damit eine beeindruckende Serie.

Auch die Ergebnisse der aktuellen Saison zeigen dieses Muster. Schubert muss nicht zwingend jedes Wochenende gewinnen, um große Punkte mitzunehmen. Er ist regelmäßig vorne – und genau diese Fähigkeit macht ihn im Titelkampf besonders gefährlich.


Hinzu kommt ein Faktor, der sich kaum in Zahlen ausdrücken lässt: Erfahrung.

2026 ist bereits Schuberts elfte VFC-Saison. Titelkämpfe, entscheidende Rennen und Drucksituationen sind für ihn nichts Neues. Während Oldenmenger erstmals um die VFC-Krone fährt, weiß Schubert genau, was ihn in den kommenden Monaten erwartet.


Auch das Gesamtpaket von Optiminal gibt ihm alle Möglichkeiten.

In der Konstrukteurswertung führt das Team souverän und bei der reinen Fahrzeugperformance gibt es zwischen den Spitzenautos nur geringe Unterschiede.

Das Problem ist deshalb weniger die Geschwindigkeit als die Ausgangslage.

Nach Spa wird Schubert aller Wahrscheinlichkeit nach einem größeren Rückstand hinterherfahren müssen. Anschließend bleiben nur noch fünf Rennen in Monza, Silverstone, Istanbul, Fuji und São Paulo, um diesen wieder aufzuholen.

Fehler kann er sich dann praktisch nicht mehr erlauben.


Was für Schubert spricht: Herausragende Konstanz, enorme VFC-Erfahrung, ein starkes Optiminal-Paket und jahrelange Erfahrung mit Meisterschaftsdruck.

Was gegen ihn spricht: Der verpasste Belgian GP und Oldenmengers zusätzlicher frischer Motor. Nach Spa könnte aus dem Drei-Punkte-Rückstand eine wesentlich größere Aufgabe werden.


Unsere Titelchance: 36 %



3. Fabian Walter – 73 Punkte


Titelchance: 1 %


Fabian Walter ist der klassische Punktehamster der Saison 2026.

Vielleicht steht der Razor-Pilot nicht jedes Wochenende im Mittelpunkt, doch über die gesamte Saison hat er regelmäßig Ergebnisse geliefert. Sein großer Höhepunkt war der Sieg in Miami – ein Erfolg, der gleichzeitig verhinderte, dass die ohnehin schwierige Razor-Saison komplett aus dem Ruder lief.

Mit 73 Punkten liegt Walter allerdings bereits 32 Zähler hinter Oldenmenger.


Bei noch sechs Rennen ist dieser Rückstand mathematisch alles andere als uneinholbar. Realistisch müsste dafür aber nicht nur Walter selbst eine nahezu perfekte Schlussphase fahren. Gleichzeitig müssten Oldenmenger und Schubert mehrfach größere Probleme bekommen.

Genau darin liegt das Problem.


Beide WM-Spitzenreiter haben in der bisherigen Saison gezeigt, wie selten sie wirklich schwache Ergebnisse produzieren. Walter müsste deshalb vermutlich mehrere Rennen gewinnen und gleichzeitig auf Ausfälle oder Fehler der Konkurrenz hoffen.

Der Vorteil: Er hat nichts zu verlieren.


Während Oldenmenger und Schubert zunehmend auf die Meisterschaft schauen müssen, kann Walter jedes der verbleibenden Rennen maximal attackieren. Sollte es vorne plötzlich Probleme geben, wäre er der erste Fahrer, der davon profitieren könnte.

Für einen echten Dreikampf braucht es allerdings sehr schnell einen deutlichen Umschwung.


Unsere Titelchance: 1 %



4. Heiko Kolvenbach – 61 Punkte


Titelchance: 0,7 %


Zumindest mit reichlich Rückenwind geht Heiko Kolvenbach in die letzten sechs Saisonrennen.

Der Sieg in Österreich kam genau zum richtigen Zeitpunkt und zeigte noch einmal, welches Potenzial vorhanden ist, wenn für den Optiminal-Piloten alles zusammenpasst.

Für die Weltmeisterschaft dürfte der Aufschwung allerdings zu spät gekommen sein.


44 Punkte fehlen Kolvenbach bereits auf Oldenmenger. Gleichzeitig müsste er nicht nur den VEGA-Piloten, sondern auch seinen eigenen Teamkollegen Schubert und Fabian Walter noch überholen.


Dafür reicht eine gute zweite Saisonhälfte allein nicht mehr aus.

Kolvenbach müsste den Schwung aus Österreich praktisch durch die komplette Schlussphase tragen, mehrfach ganz vorne landen und gleichzeitig darauf hoffen, dass die direkten Konkurrenten wiederholt Punkte liegen lassen.


Unmöglich ist im Motorsport wenig.

Wahrscheinlich ist dieses Szenario allerdings nicht.


Unsere Titelchance: 0,7 %



5. Benjamin Gielczynski – 53 Punkte


Titelchance: 0,3 %


Dass Benjamin Gielczynski überhaupt noch in dieser Liste auftaucht, sagt viel über seine vergangenen Rennen aus.


Bis einschließlich Kanada hatte der Seawolf-Pilot noch keinen einzigen WM-Punkt gesammelt. Seit Miami hat sich das Bild komplett verändert.

9 Punkte in Miami, 15 in San Marino, vier in Deutschland, weitere 15 in Frankreich und zehn in Österreich: Gielczynski hat sich innerhalb von fünf Rennen von null Punkten auf Platz fünf der Fahrerwertung katapultiert.

Diese Form macht ihn zu einem der interessantesten Fahrer für die zweite Saisonhälfte – aber kaum noch zu einem realistischen Titelkandidaten.


52 Punkte fehlen auf Oldenmenger. Selbst bei sechs noch ausstehenden Rennen müsste für Gielczynski nahezu alles perfekt laufen und für sämtliche Fahrer vor ihm gleichzeitig nahezu alles schiefgehen.

Der Titel ist deshalb eher theoretischer Natur.


Was allerdings sehr realistisch ist: Wenn Seawolf die aktuelle Entwicklung fortsetzt, könnte Gielczynski noch erheblich weiter nach vorne kommen und im Kampf um die Spitzenpositionen regelmäßig eine entscheidende Rolle spielen.

Und damit könnte er indirekt sogar Einfluss auf den WM-Kampf nehmen.


Unsere Titelchance: 0,3 %




Zwei Fahrer, eine Meisterschaft


Mathematisch gibt es noch unzählige Kandidaten.


Realistisch sind es zwei.


Tom Oldenmenger und Sven Schubert haben sich in den ersten zehn Rennen einen deutlichen Vorsprung auf den Rest des Feldes herausgefahren. Gleichzeitig könnten ihre Voraussetzungen für den Endspurt kaum unterschiedlicher sein.


Oldenmenger besitzt den kleinen Punktevorsprung, einen zusätzlichen frischen Motor und wird in Spa eine große Gelegenheit bekommen, sich erstmals etwas Luft zu verschaffen.


Schubert bringt dafür etwas mit, das sich nicht kaufen oder entwickeln lässt: Erfahrung. Elf VFC-Saisons und eine außergewöhnliche Konstanz machen ihn zu einem Gegner, den man auch mit einem zweistelligen Vorsprung keinesfalls abschreiben sollte.

Besonders Spa könnte deshalb zum Schlüsselrennen werden.


Oldenmenger muss die Abwesenheit seines Rivalen nutzen. Ein schwaches Wochenende würde Schubert trotz seines Nichtantritts unnötig im Spiel halten. Ein Sieg oder ein weiteres großes Ergebnis könnte den Druck dagegen massiv erhöhen.


Danach beginnt für Schubert die Aufholjagd.


Monza. Silverstone. Istanbul. Fuji. São Paulo.


Fünf Rennen, in denen vermutlich jeder einzelne Punkt zählt.




Unsere WM-Prognose


Tom Oldenmenger – 62 % Der aktuelle Favorit. Drei Punkte Vorsprung, ein zusätzlicher frischer Motor und vor allem Schuberts bevorstehender Nichtantritt in Spa bringen ihn für den Endspurt in die beste Ausgangslage.


Sven Schubert – 36 % Ohne das verpasste Spa-Rennen wäre dieses Duell nahezu 50:50. Seine Konstanz und Erfahrung halten ihn trotz des bevorstehenden Punktverlusts mitten im Titelkampf.


Fabian Walter – 1 % Der erste Fahrer, der profitieren könnte, falls die beiden Spitzenreiter Probleme bekommen. Aus eigener Kraft ist der Rückstand allerdings nur noch schwer aufzuholen.


Heiko Kolvenbach – 0,7 % Der Österreich-Sieg bringt Auftrieb, für den Titel braucht es jedoch eine nahezu perfekte Schlussphase und viel Hilfe der Konkurrenz.


Benjamin Gielczynski – 0,3 % Der vielleicht formstärkste Aufsteiger der vergangenen Rennen, aber sein schwacher Saisonstart hat zu viel Rückstand hinterlassen.


Sechs Rennen bleiben.


Und spätestens nach Spa werden wir wissen, ob aus dem Drei-Punkte-Duell ein echter Vorsprung für Oldenmenger geworden ist – oder ob Schubert trotz seiner Abwesenheit weiter nah genug dran bleibt, um den Kampf um die VFC-Krone bis São Paulo offenzuhalten.






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