Fünf Dinge, die wir vom Australien GP gelernt haben
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Aktualisiert: vor 7 Stunden
Der Saisonauftakt in Melbourne hatte alles: Überraschungen, Enttäuschungen, neue Kräfteverhältnisse – und jede Menge Drama. Hier sind die fünf wichtigsten Erkenntnisse aus dem Rennen im Albert Park.
VEGA ist der größte Gegner von Optiminal Esports

Viele rechneten vor Saisonbeginn mit einem erneuten Durchmarsch von Optiminal Esports – sowohl in der Fahrer- als auch in der Team-WM. Doch diese Rechnung wurde ohne VEGA gemacht.
Das italienische Neueinsteiger-Team setzte beim Saisonauftakt direkt ein Ausrufezeichen. Tom Oldenmenger fuhr in seinem allerersten VFC-Rennen sensationell auf Platz zwei und sicherte sich damit sofort ein Podium. Teamkollege Mirco Mancini komplettierte mit Rang drei das starke Ergebnis.
Oldenmenger war gemeinsam mit Polesetter Rouven Meschede der schnellste Mann auf der Strecke. Mancini wiederum profitierte von einem folgenschweren Fehler Sven Schuberts, der eine Runde zu lange hinter dem Safety-Car blieb, bevor er zum Boxenstopp kam.
VEGA hat beim Debüt unmissverständlich klargemacht: Mit diesem Team ist zu rechnen. Und Optiminal hat von Beginn an ernsthafte Konkurrenz.
Falkenhains Tag zum Vergessen

Michael Falkenhain reiste als einer der Favoriten nach Melbourne. Die Trainingszeiten waren beeindruckend, die Longruns konstant schnell – vieles deutete auf ein starkes Wochenende hin.
Doch am Renntag lief nichts zusammen. Technische FPS-Probleme machten dem Falcon-Piloten einen Strich durch die Rechnung. Überraschend verpasste er sogar den Einzug in Q2 und qualifizierte sich nur auf Platz zehn – knapp 1,5 Sekunden langsamer als seine Trainingsbestzeit, die selbst Meschede auf seiner Pole-Runde nicht unterbieten konnte.
Das Drama setzte sich am Start fort: Ein katastrophaler Launch spülte Falkenhain ans Ende des Feldes. Im Rennen zeigte er zwar Moral und kämpfte sich bis auf Platz sechs nach vorne – ein kleiner versöhnlicher Abschluss, aber weit entfernt von den Erwartungen.
Totales Desaster bei Horizon Motorsport

Horizon Motorsport galt im Vorfeld als Mitfavorit. In der Qualifikation schien sich das zu bestätigen: Jan Wiegels setzte in Q1 die Bestzeit auf Super Soft, Rückkehrer Fabian Szyrzik stellte den Wagen in die erste Startreihe.
Doch ab dem Start ging alles schief.
Szyrzik verschätzte sich in Kurve eins, berührte Sven Schubert und drehte sich selbst. Zwei Runden später folgte der nächste Rückschlag: Unter Safety-Car-Bedingungen übersah er den gestrandeten Alvin Tran und riss sich das Vorderrad ab – Rennende, null Punkte.
Wiegels’ Rennen entglitt nach den Boxenstopps durch eine Kollision mit Daniel Scott, bei der er seinen Frontflügel verlor. Weitere Scharmützel mit Louis Roehn folgten. Das Ergebnis: Platz 15 und ebenfalls null Punkte.
Für Horizon ein kompletter Fehlstart – doch Malaysia bietet bereits die Chance zur Wiedergutmachung.
Razor GP steht eine harte Saison bevor

2025 war die erfolgreichste Saison der Teamgeschichte für Razor GP. Umso überraschender war der strategische Richtungswechsel in der Winterpause. Das Erfolgsrezept der Vorsaison wurde verworfen – stattdessen setzt man 2026 auf kontinuierliche Entwicklung über das Jahr hinweg.
Doch in Australien zeigte sich: Der Weg wird steinig.
Bastian Paisler erlebte sein wohl schwächstes Qualifying in der VFC. Vorletzte Startreihe – nur vor Arrow Racing und hinter Stefan Schubert. Der Q2-Einzug von Fabian Walter grenzte fast an ein kleines Wunder. Als alle in Q2 auf identischem Reifenmaterial unterwegs waren, wurde deutlich, wie groß der Rückstand tatsächlich ist.
Im Rennen kämpften beide beherzt. Paisler lag zwischenzeitlich sogar auf Platz vier, Walter profitierte von einem Safety-Car nach einer Kollision, obwohl er zuvor bereits eine Runde zurücklag. Am Ende standen die Plätze neun und zehn.
Die Resultate werden Geduld erfordern – doch wenn jemand das Maximum aus schwierigen Umständen herausholen kann, dann Paisler und Walter.
Melbourne liefert ab – mal wieder

Traditionell eröffnet der Albert Park die VFC-Saison – und traditionell liefert Melbourne ab.
Spannende Duelle durch das gesamte Feld, unterschiedliche Strategien, Safety-Car-Phasen, Fehler und Comebacks: Der Saisonauftakt bot alles, was Motorsport ausmacht.
Das Feld wirkt ausgeglichener denn je, das Niveau ist hoch – und die Saison 2026 verspricht schon jetzt Großes.
Danke, Melbourne.Und jetzt: Auf nach Sepang! 🇲🇾🏁



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