Fünf Dinge, die wir vom Malaysia GP gelernt haben
- vor 1 Tag
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Sepang ist zurück – und lieferte direkt ein strategisch geprägtes Rennen mit starken Einzelleistungen, hitzigen Duellen und ersten Trends für die Saison 2026. Hier sind die fünf wichtigsten Erkenntnisse aus dem Rennen in Malaysia.
Schuberts taktische Meisterleistung

Das Rennwochenende in Malaysia begann für den amtierenden Champion alles andere als optimal. Nach Platz fünf im Qualifying legte Sven Schubert – wie er selbst im Interview sagte – den „schlechtesten Start meiner Karriere“ hin und fiel bis auf Rang elf in Kurve eins zurück.
Was folgte, war eine beeindruckende Aufholjagd, inklusive eines sehenswerten Zweikampfs mit Mirco Mancini. Die rennentscheidende Szene spielte sich in Runde 11 ab: Schubert war der Erste aus den Top 5, der an die Box ging – und profitierte von einem perfekt ausgeführten Undercut. Nach dem Boxenstopp-Zyklus führte er das Feld an.
Anschließend kontrollierte der Optiminal-Pilot das Rennen souverän von der Spitze. Nur in den letzten drei Runden geriet er unter Druck – ausgerechnet durch Teamkollege Heiko Kolvenbach, der vermutlich der schnellere der beiden war, jedoch zuvor zu viel Zeit hinter Fabian Szyrzik und Tom Oldenmenger verloren hatte.
Der Reifenflüsterer ist zurück

Sander van Leeuwen hatte sich bereits in der vergangenen Saison den Ruf als „Reifenflüsterer“ erarbeitet.
Der Niederländer, der den Saisonauftakt in Melbourne noch verpasst hatte, zeigte in Sepang eine blitzsaubere Vorstellung.
Von Startplatz 13 aus arbeitete er sich konstant nach vorne und kam als „Best of the Rest“ auf Platz sechs ins Ziel. Besonders beeindruckend war sein Reifenmanagement – genau das, was Sepang fordert.
Mit Blick auf das nächste Rennen in Katar, einer Strecke, die den Reifen vermutlich am meisten zusetzt, zählt van Leeuwen bereits jetzt zu den Geheimfavoriten. Seine große Chance könnte schneller kommen, als viele denken.
Dicks gegen Dittmer – ein polarisierendes Duell

Jörn Dicks und Christian Dittmer – zwei Persönlichkeiten, die unterschiedlicher kaum sein könnten – sorgten im letzten Renndrittel für eines der unterhaltsamsten Duelle des Tages, bei denen man merkt: Hier geht es nicht nur um Positionen, sondern um Stolz.
Über mehrere Runden hinweg kämpften beide am Limit – teilweise sogar darüber hinaus. Das Duell endete nicht nur auf der Strecke hitzig, sondern auch abseits davon. Nach dem Rennen machte Dicks seinem Ärger Luft. Er kritisierte die Verteidigungsweise Dittmers offen und deutlich. Der Bayer selbst blieb gelassen und ließ die Vorwürfe an sich abprallen.
Eines ist sicher: Das war nicht das letzte Kapitel dieses Duells.
Nullnummer bei Simspark

Simspark Racing zählte vor Saisonbeginn zu den ambitioniertesten Teams. Teamchef James Hayter und Fahrer Alvin Tran formulierten klare Ziele: Podestplätze sollten her.
Nach zwei Rennen steht jedoch die ernüchternde Bilanz von null Punkten.
Christian Dittmer hatte im Vorfeld gewarnt, dass es eine schwierige Saison werden könnte – Hayter und Tran sahen das anders. Nun muss das Team schnell reagieren: mehr Pace, klarere Strukturen und effizientere Abläufe sind gefragt. Im Fahrerlager wird bereits gemunkelt, dass die Engländer nicht unbedingt als das professionellste Team gelten. Der Druck steigt – und der Turnaround muss schnell kommen.
Comeback geglückt

Nach fünf Jahren kehrte Sepang erstmals wieder in den VFC-Kalender zurück – und überzeugte auf Anhieb. Und das ganz ohne die berühmten malaysischen Wolkenbrüche.
Das Rennen war stark von Strategie geprägt. Zu mehreren Zeitpunkten waren alle vier Reifenmischungen gleichzeitig auf der Strecke vertreten – ein Beweis für die strategische Vielfalt der VFC 2026.
Ob sich dieses taktische Spektrum auch beim Debüt in Katar bewährt, wird sich zeigen.
Malaysia, wir kommen gerne wieder! 🇲🇾🏁



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