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Fünf Dinge, die wir vom Frankreich Grand Prix gelernt haben

  • Jörn Georg Dicks
  • 3. Juli 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Kurz vor Ende der Sommerpause soll noch einmal das letzte Rennen in Frankreich thematisiert werden. Hier also mit einiger Verspätung: Fünf Dinge, die wir aus Frankreich gelernt haben.


Walter und Schubert – Ein Duell eskaliert

Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich das schwelende Glimmern in ein offenes Feuer entwickeln würde: Zwischen Sven Schubert und Bastian Paisler war es bereits zu Konfrontationen gekommen, nun musste auch der Teamkollege des Razor-Teamchefs spüren, wie es ist, wenn man Sven Schubert Paroli bietet. Fabian Walter ging überraschend von Startplatz 1 ins Rennen, nachdem es lange so aussah, als würde Schubert die Pole holen. Doch der Schwabe wollte am Start sich den ersten Platz zurückholen, was allerdings in einer Kollision endete, welche Walters Rennen beendete und zum Sieg des Optiminal-Fahrers führte. Ein wutentbrannter Bastian Paisler sagte daraufhin Schubert offen den Kampf an; dies hatte man schon einmal von Paisler gehört, doch die erneute Untermauerung lässt erahnen, dass noch viele Fetzen fliegen werden.


Chaos in Runde 1 – Fliegende und crashende Autos überall

Die erste Runde in Magny-Course stand ganz im Zeichen von Chaos. Wie schon oben angesprochen war da der Unfall zwischen Schubert und Walter. Doch danach ging es munter weiter mit der Aufregung: In die Haarnadeln hinein gab es einige aggressive Attacken, die wie durch ein Wunder zu keinen Kollisionen führten. Doch die meiste Aufregung gab es dann im letzten Sektor: Bintz griff den auf Position 4 liegenden Wiegels an, wodurch sich ersterer aber wegdrehte. Dadurch mussten Kraft und Dicks verlangsamen und ausweichen, wodurch sich ein Ziehharmonika-Effekt entwickelte. Viele Fahrer mussten ausweichen oder verloren die Fassung. Dicks’ Teamkollege stach in die Schikane rein, der Deutsche wich dann über die Kerbs aus und flog durch die Gegend, während fünf weitere Fahrer alle die Positionen tauschten. Am Ende von Runde 1 war dann kaum noch ersichtlich, wer wo war, was selbst die Kommentatoren verwirrte. Ein chaotischer Auftakt in den Frankreich Grand Prix.


Alvin Tran und die VFC – eine schwierige Beziehung

Alvin Tran hat es nicht sonderlich leicht. Der junge US-Amerikaner ist seit Rennen 2 in der VFC dabei und seit dem dritten Rennen auch der 2. Stammfahrer bei Simspark. Doch große Erfolgsmomente hatte Tran bisher nicht. Zwei Ausfälle und insgesamt fünf punktelose Rennen stehen beim Simspark-Fahrer zu Buche, oftmals verbunden mit vielen Fehlern, mehreren Runden Rückstand und eigenartigen Momenten. Im letzten Rennen hatte der US-Amerikaner dann mit Jörn Dicks zu tun; ein Duell, welches dann im Unfall von Dicks endete, nachdem Tran das Auto in Kurve 2 verloren hatte und heftig über das Gras schlitterte, worauf er schließlich mit voller Breitseite in den Blue Horns einschlug. Viele dieser Momente könnte man auf die Unerfahrenheit und Jugendlichkeit des SImspark-Fahrers zurückführen: doch Alvin Tran muss sich steigern, denn bei Simspark dürfte man sich dies nicht mehr lange anschauen wollen.


Dicks und der zweite Saisonteil – Probleme mit der Motivation

Das Hin und Her bei Blue Horns vor dem Frankreich Grand Prix war für viele verwirrend; Jörn Dicks gab abends vor dem Rennen an, dass er nicht fahren würde. Zu fehlen schien dem Bonner aber nichts, dazu wurde er dabei gesichtet, wie er in der Garage seines Teams alte Formel 1 Autos am PC fuhr. Dann fiel Juho Sopanen unverhofft aus, wodurch Dicks dann doch wieder ins Cockpit stieg, dabei jedoch ein Gesicht verzog wie Lance Stroll an einem Montag. Das Rennen war dann für Dicks‘ laut eigener Aussage das schlechteste, was er seit langem hatte. Die Spekulationen um den Deutschen rissen also nicht ab. Momentan hört man, dass es Dicks, trotz seinem bisher besten Saisonstart, an Motivation mangelte. Teilweise wird spät oder gar nicht trainiert oder, wie jetzt in Frankreich, gleich das Fahren verweigert. Doch angeblich soll die nun durchgeführte Sommerpause zu einiges an Erholung beigetragen haben, welche die Motivation beim Bonner wieder gehoben hat. Zwar hat man ihn noch nicht auf der Strecke gesehen, dass könnte sich aber am heutigen Donnerstag ändern.


Ganz der Alte – Krafts Rückkehr in die VFC

Es war eine kleine Überraschung für viele in der VFC: Als sich Alexander Kraft im Fahrerlager zum Frankreich Grand Prix blicken ließ, gab es gleich große Spekulationen um seine Rolle. Diese sollte sich aber schnell verfestigen, denn bei Yellow Arrow Racing kündigte man an, dass der Deutsche in diesem Rennen im gelben Renner sitzen würde. Und gleich zeigte der ehemalige Rennsieger, dass er weiterhin ein starker Fahrer mit Talent ist: Im Qualy holte er zwar nur P7, konnte sich aber schnell durchs Getümmel bahnen und spannende Duelle ausfechten. So reichte es am Ende für Platz 4 und eine gelungene Punkteausbeute für Yellow Arrow Racing. Nachdem Kraft also in 2024 kein einziges Rennen in der VFC fuhr, war er nun für einen Ersatzfahrer-Einsatz zurück. Doch ob es bei einem Einsatz bleibt ist mehr als fraglich; denn Kraft scheint Gefallen an den Autos gefunden zu haben und hat angeboten, für Hockenheim ein weiteres Mal bei einem Team auszuhelfen. Vielleicht ist dies auch der erste Schritt zurück zu einem Stammfahrer-Cockpit in der VFC 2025/2026?

 
 
 

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