Fünf Dinge die wir vom Europa GP gelernt haben
- VFC-Media
- 5. Okt. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Falcon Simracing – zwischen Höhenflug und Enttäuschung

Falcon Simracing galt als Geheimfavorit für das Wochenende in Mugello. Das Auto passte perfekt zur welligen, flüssigen Streckencharakteristik – und Michael Falkenhain untermauerte das gleich im Qualifying mit seiner ersten Pole Position in der VFC-Karriere.
Während Teamkollege Jan Wiegels im Zeittraining nicht an Falkenhains Tempo herankam und satte acht Zehntel Rückstand kassierte, drehte sich das Bild im Rennen. Falkenhain verpatzte den Start, verlor noch vor der ersten Kurve mehrere Positionen und fiel bis außerhalb der Top-10 zurück. Danach reihten sich Fehler und Kollisionen aneinander – am Ende reichte esnur zu Platz zehn, sogar überrundet.
Wiegels hingegen zeigte im Rennen seine bekannte Konstanz und fuhr mit einer fehlerfreien
Leistung auf Rang vier – sein bestes Ergebnis seit dem Podium in Indianapolis. Ein
Wochenende mit zwei Gesichtern für Falcon: zwischen Höhenflug und Enttäuschung.
Die Wiederauferstehung des Heiko Kolvenbach

Während Sven Schubert die Saison bislang dominiert, hat sich Teamkollege Heiko Kolvenbach inzwischen dauerhaft in der Spitzengruppe festgebissen. Vier Podien aus den letzten fünf Rennen und der Sieg beim Niederlande-GP sprechen eine deutliche Sprache.
In Mugello zeigte sich der Kölner in Bestform – sein stärkstes Wochenende seit seinem
Comeback. Im Qualifying ließ er komfortabel Schubert hinter sich und war auch im Rennen
der eigentlich schnellere Mann. Wäre da nicht der unterschiedliche Reifenstart gewesen:
Kolvenbach begann auf Mediums, während Schubert auf Softs früh einen Vorsprung
aufbauen konnte. Zwar holte Kolvenbach diesen später wieder auf, doch ein zu niedrig
gesetzter Drehzahlbegrenzer verhinderte den Angriff auf den Teamkollegen.
Behält Kolvenbach diese Form über den Winter, dürfte er 2026 zu Schuberts ernsthaftem
Herausforderer werden.
Bei Razor GP ist der Wurm drin

Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt läuft bei Razor GP wenig zusammen. Einerseits haben die meisten Konkurrenten in der Entwicklung aufgeholt – teils sogar
überholt. Andererseits scheint Bastian Paisler derzeit vom Pech verfolgt: der unverschuldete Abschuss in Spa, technische Probleme in Monza und nun Mugello, wo er trotz Krankheitantrat, aber sichtlich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Das Ergebnis: Null Punkte.
Zu allem Überfluss ist nun auch das große Ziel in Gefahr – die Team-WM. Aus einem
komfortablen Vorsprung von über 40 Punkten ist inzwischen ein Rückstand von zehn Zählern
auf Optiminal Esports geworden. Angesichts der momentanen Form der Optiminal-Piloten
wirkt die Aufholjagd wie eine Mammutaufgabe. Doch es gilt: Abgerechnet wird bekanntlich
erst am Schluss.
Schubert kurz vor dem Ziel

Sven Schubert hat der VFC-Saison 2025 seinen Stempel aufgedrückt wie kein anderer. Der
Schwabe reiste nach Mugello mit der theoretischen Möglichkeit, den Titel bereits dort klarzumachen – ein Szenario, das angesichts der nötigen Konstellationen aber von Beginn an als unwahrscheinlich galt. Trotzdem lieferte Schubert erneut ab, kontrollierte das Rennen und sammelte wichtige
Punkte. Mit einem Vorsprung von nun 37 Punkten reist er nach Indien – bei noch 45 zu
vergebenen ist ihm der Titel kaum mehr zu nehmen. Der Countdown läuft.
Mugello – leider eine Enttäuschung

Erstmals gastierte die VFC in Mugello, der traditionsreichen Teststrecke in der Toskana. Doch
was als Highlight geplant war, entpuppte sich als eher zähes Rennen. Die Piloten kämpften
mehr mit den Bodenwellen und der Dirty Air als mit ihren Gegnern. Überholen war nahezu unmöglich, das Renngeschehen flachte früh ab.
So bleibt von Mugello ein ernüchternder Eindruck – und die Erkenntnis, dass die Strecke
wohl besser in ihrer Rolle als Testkurs aufgehoben ist. Ein Wiedersehen im VFC-Kalender
dürfte unwahrscheinlich sein.



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