Fünf Dinge, die wir aus Indianapolis gelernt haben
- Jörn Georg Dicks
- 12. Mai 2025
- 3 Min. Lesezeit
Mit Indianapolis endet unsere Nordamerika-Rundreise der VFC 2025. Zeit, den letzten der drei Grand Prixs Revue passieren zu lassen!
Razor vs Optiminal – Das Duell wird heiß

Es tut sich etwas bei den Teams, die um die Spitze kämpfen: Spätestens seit dem Kanada-Rennen heißt es nicht mehr Razor vs Schubert vs Falcon sondern Razor vs Optiminal. Und auch dies wurde in Indianapolis wieder unter Beweis gestellt; Bastian Paisler wollte unbedingt an Sven Schubert und Heiko Kolvenbach vorbei und setzte sich vor Kurve 1 an die Führung, nur, um diese durch einen kleinen Fahrfehler und dann Rennunfall zu verlieren. Heiko Kolvenbach verlor dabei ein Rad, Bastian Paisler wohl die Möglichkeit auf den Sieg. Die Art, wie Paisler den Kampf mit Schubert und Kolvenbach aufnimmt, genau wie Fabian Walter, welcher scheinbar weniger softe Handschuhe angezogen hat, zeigt deutlich: Die beiden Topteams gehen jetzt für alles auf Sieg. Und das tut der Spannung gut.
Yellow Arrow Racing – Roehn als Überraschung

“Ein Yellow Arrow in Q2 und in den Top 6? Kein Problem!“, dachte sich Louis Roehn wohl am Morgen vor dem Indianapolis-Rennen. Der Deutsche überraschte wie Tim Brendel eine Woche zuvor alle und fuhr als Super-Sub erst in Q2 und im Rennen dann sogar lange auf dem zweiten Platz. Schließlich endete Roehns extrem starke Fahrt auf Platz 6, wobei er lange Zeit starke Fahrer wie Jan Wiegels und Jörn Dicks auf Abstand hielt bzw. halten konnte. Roehn überraschte alle und konnte für die quietschgelben nach Stefan Cernes Erfolg in Kanada weitere wichtige Punkte holen. Manche fragten sich dabei vor allem eins: „Warum fährt der nicht Stamm in der VFC?“
Jan Wiegels – ein Podium als Balsam

Der Auftakt von Jan Wiegels in diese Saison verlief alles andere als rosig. Pleiten, Pech und Pannen folgten in jedem Rennen den Deutschen, auf und neben der Strecke. Umso mehr dürfte dieses Podium Balsam für die Seele sein. Mit einem ruhigeren Umfeld scheint Wiegels endlich liefern zu können, dazu mit Reifenverbrauch und Boxenstopps endlich klar zu kommen. Durch all diese positiven Veränderungen in der kurzen Zeit nach Kanada war es dem Falcon-Fahrer möglich, endlich aufs Podest zu klettern. Und genauso dürfte er sich erhoffen, dass seine Saison erst richtig losgeht.
Blue Horns – Konstanz nur auf einer Seite

Neben Optiminal Esport ist Blue Horns das zweite Team, bei denen Licht und Schatten zwischen den beiden Piloten liegt: Jörn Dicks zeigte trotz einiger Ausrutscher in den ersten Rennen den besten Saisonstart seiner VFC-Karriere und ist auf Kurs, Platz 4 in der Fahrer-WM zu festigen. Genauso gefestigt zeigt sich Dicks auf und neben der Strecke: Der Bonner zeigt zwar noch hin und wieder seine Nervosität in Zweikämpfen, aber die Leader-Rolle bei Blue Horns hat Ihn reifen lassen. Im anderen Blue Horns sieht es etwas düsterer aus; Magnus Okkenhaug zeigte in Indianapolis einmal mehr eine Reihe an Fehlern, sodass nun die Notbremse gezogen wurde und der Vertrag des Norwegers einvernehmlich aufgelöst wurde. Neu bei Blue Horns ab dem Spanien GP ist der Finne Juho Sopanen, welcher in seinen Ersatzfahrer-Einsätzen Punkte sammeln konnte.
Die Nordamerika-Rundreise – ein voller Erfolg

Drei Rennen in Nordamerika innerhalb von vier Wochen – von Texas nach Montreal und dann zurück Indiana. Und diese drei Rennen hatten es in sich. COTA zeigte eine Dominanz der Top-Fahrer, die ihresgleichen suche. Kanada lieferte einen chaotischen Kracher mit Regen, abtrocknender Strecke und einen ersten Sieg nach über fünf Jahren. Und Indianapolis erlebte einen sich zuspitzenden Kampf um die Spitze mit dominanten Endresultat und extrem harten Duellen im Mittelfeld. Diese Nordamerika-Rundreise bot alles, was man sich als Zuschauer und Fahrer der VFC wünschen konnte. Und machte gut Werbung, dies in 2026 zu wiederholen! Jetzt geht es erstmal nach Europa, wo sich alle erhoffen, dass diese Spannung weiter anhält.



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