2025 gegen 2026: Der große Teamcheck nach den ersten vier Rennen | Teil 2 von 6
- vor 14 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Vier Rennen sind gefahren, die Frühlingspause ist da – und damit der perfekte Zeitpunkt für eine erste Standortbestimmung. In unserem großen Teamcheck richten wir den Blick diesmal auf zwei weitere neue Namen im Feld: Spinardi und Seawolf NetRace Motorsport. Beide Teams hatten bislang einen schwierigen Start in die Saison 2026, doch gerade mit Blick auf Montreal könnte sich das Bild schon bald verändern.
Spinardi: Kleine Ausbeute, aber die ersten Ansätze sind erkennbar
Der Saisonstart von Spinardi liest sich auf den ersten Blick noch nicht spektakulär. Fünf Punkte aus vier Rennen, Rang zehn in der Meisterschaft, kein Top-5-Ergebnis und bislang nur eine Top-10-Platzierung – das ist natürlich nicht die Bilanz, mit der ein neues Team sofort für die ganz großen Schlagzeilen sorgt. Und trotzdem wäre es zu einfach, den Start von Spinardi nur auf die geringe Punktausbeute zu reduzieren.
Denn zwischen den nüchternen Zahlen lassen sich durchaus erste Signale erkennen. Mit einem besten Rennergebnis von Platz acht und einer besten Startposition auf Rang sieben hat Spinardi bereits gezeigt, dass das Team an guten Tagen in Schlagdistanz zu den Punkten und zur erweiterten Spitze kommen kann. Das mag noch kein Durchbruch sein, aber es ist zumindest ein Hinweis darauf, dass das Fundament nicht komplett fehlt.
Das eigentliche Problem liegt bislang woanders: in der fehlenden Stabilität. Drei DNFs in vier Events sind für ein neues Projekt eine enorme Hypothek. Gerade für ein Team, das sich ohnehin erst noch im Feld etablieren muss, wiegen Ausfälle doppelt schwer. Sie kosten nicht nur Punkte, sondern auch Rhythmus, Vertrauen und die Chance, sich über konstante Wochenenden Schritt für Schritt nach vorne zu arbeiten.
Genau deshalb wirkt Spinardi aktuell wie ein Team, das noch mitten in seiner Findungsphase steckt. Die ersten Ansätze sind da, aber sie blitzen bislang nur punktuell auf. Noch fehlt die Ruhe, noch fehlt die Konstanz und noch fehlt das Wochenende, an dem wirklich einmal alles zusammenkommt. Aber immerhin: Im Gegensatz zu Teams, die bislang komplett unsichtbar geblieben sind, hat Spinardi schon gezeigt, dass Punkte und ordentliche Einzelresultate möglich sind.
Dazu kommt ein weiterer Faktor, der den Blick auf die kommenden Rennen besonders spannend macht: Spinardi reist mit einem großen Updatepaket nach Montreal. Das zeigt, dass das Team nicht einfach nur darauf wartet, dass sich die Lage von selbst verbessert, sondern aktiv versucht, den nächsten Schritt zu erzwingen. Gerade für ein neues Projekt kann so ein Entwicklungsimpuls entscheidend sein, um aus ersten Lebenszeichen endlich mehr Konstanz zu formen.
Die große Aufgabe für die kommenden Rennen wird deshalb sein, aus einzelnen Ansätzen endlich ein belastbares Gesamtbild zu machen. Wenn es gelingt, die Fehlerquote zu senken und die neuen Komponenten in echte Performance umzuwandeln, dann kann Spinardi aus diesem schwierigen Start noch deutlich mehr machen. Im Moment ist das Team zwar noch eher ein Projekt mit vorsichtigen Signalen als ein Neueinsteiger, der schon wirklich angekommen ist – doch Montreal könnte genau der Moment werden, an dem sich dieses Bild spürbar verändert.
Seawolf NetRace Motorsport: Ein harter Einstieg mit Hoffnung
Für Seawolf NetRace Motorsport war der Start in die Saison 2026 bislang vor allem eines: hart. Ein Punkt aus vier Rennen, Rang zwölf in der Meisterschaft, kein Top-10-Ergebnis, kein Ausreißer nach vorne – die Zahlen zeigen ziemlich klar, dass dieses Team in den ersten Wochen noch nicht wirklich im Rhythmus der VFC angekommen ist.
Besonders deutlich wird das beim Blick auf die besten Einzelresultate. Platz zwölf im Rennen und Rang 15 im Qualifying sind Werte, die zeigen, dass Seawolf aktuell noch eher ums Überleben im Mittelfeld und Hinterfeld kämpft, als dass das Team schon ernsthaft in Richtung Top 10 schielen kann. Während andere neue Projekte zumindest schon Achtungserfolge oder auffällige Highlights gesammelt haben, geht es für Seawolf bislang vor allem darum, überhaupt Schritt für Schritt Anschluss zu finden.
Erschwerend kommt hinzu, dass auch hier drei DNFs auf dem Konto stehen. Für ein junges Team, das dringend Rennkilometer, Erfahrung und saubere Wochenenden braucht, ist genau das Gift für die Entwicklung. Denn gerade neue Teams leben am Anfang davon, Daten zu sammeln, Abläufe zu festigen und Vertrauen ins eigene Paket aufzubauen. Wenn stattdessen Ausfälle die ersten Wochen prägen, wird jeder Fortschritt automatisch zäher.
Trotzdem ist dieser eine Punkt mehr als nur eine Randnotiz. Er ist klein, aber er ist wichtig. Denn er zeigt, dass Seawolf zumindest schon einmal die Tür aufgestoßen hat. Der Weg nach vorne ist aktuell noch weit, aber komplett ohne Hoffnung ist dieser Start eben auch nicht. Gerade bei einem neuen Team geht es in dieser frühen Phase nicht immer nur um große Ergebnisse, sondern oft erst einmal darum, überhaupt Fuß zu fassen.
Und genau an diesem Punkt könnte Montreal für Seawolf zu einem echten Wendepunkt werden. Das Team kommt mit einem großen Updatepaket zum nächsten Rennen – und gerade bei Seawolf scheint dieses Paket bereits einen spürbaren Effekt zu haben. Auf der Fahrzeugseite wurde die Lücke zum breiten Mittelfeld offenbar deutlich geschlossen. Das bedeutet zwar noch nicht automatisch, dass Seawolf plötzlich ganz vorne mitmischt, aber es verändert die Ausgangslage dieses Teams spürbar. Aus einem Projekt, das bislang vor allem um Anschluss kämpfte, könnte damit eines werden, das sich im Mittelfeld deutlich glaubwürdiger festsetzen kann.
Genau deshalb wirkt Seawolf im Moment wie ein Team, das zwar noch mitten im Ankommen steckt, jetzt aber erstmals eine realistische Grundlage hat, um einen sichtbaren Sprung zu machen. Noch fehlt die Pace über mehrere Wochenenden, noch fehlt die Konstanz, noch fehlt der Moment, der dem Projekt wirklich Leben einhaucht. Aber mit dem großen Updatepaket im Gepäck ist Montreal für Seawolf mehr als nur das nächste Rennen – es ist die Chance, aus einem schwierigen Saisonstart endlich eine neue Richtung zu machen.
Zwei schwierige Starts – und vielleicht trotzdem der Beginn einer neuen Richtung
Nach vier Rennen lässt sich deshalb auch bei Spinardi und Seawolf ein erstes Zwischenfazit ziehen: Beide Teams sind noch weit davon entfernt, das Niveau der stärkeren Neueinsteiger zu erreichen, doch die Perspektive auf die kommenden Rennen hat sich verändert. Spinardi hat bereits die etwas klareren sportlichen Ansätze gezeigt und reist ebenfalls mit einem großen Updatepaket nach Montreal, während Seawolf vor allem durch seine jüngsten Entwicklungsschritte Hoffnung macht. Gerade dort scheint die Lücke zum breiten Mittelfeld auf der Fahrzeugseite spürbar kleiner geworden zu sein.
Für beide Projekte gilt damit dasselbe: Die ersten Wochen einer VFC-Saison zeigen zwar die Schwächen eines neuen Teams, sie müssen aber noch lange nicht dessen Richtung für das ganze Jahr bestimmen. Montreal könnte deshalb für beide Teams ein wichtiger Gradmesser werden – für Spinardi als Chance, erste Ansätze endlich zu stabilisieren, und für Seawolf als Möglichkeit, die eigene Entwicklung nun auch sichtbar in Ergebnisse umzuwandeln.




Kommentare